Der Fuchs kriegt kein Corona - Pandemie und Jugendhilfe

01.06.2020 10:52 von Waldhaus

Ein unsichtbares Virus bestimmt seit mehr als zwei Monaten unser Leben. Kontaktsperre, Mundschutzmasken und Abstandhalten sind alles Maßnahmen, die auch uns im Waldhaus betreffen. Diese neue ungewöhnliche Situation stellt alle Menschen aktuell vor große Herausforderungen, auch die Wohngruppe Fuchsbau.

Anfangs sorgten die Maßnahmen bei unseren Jungs für große Aufregung: Zuerst war das Lehrerkollgium in Quarantäne und die Gruppen wurden mit Lernpaketen während 9 Schultagen versorgt. Dann mussten sie auch noch dauernd Hände waschen und Abstand zu den Kindern und Jugendlichen, sowie zu den Erziehenden und Lehrkräften der anderen Gruppen halten. Und als ob das nicht genug wäre, wurde auch noch die Ferienheimfahrt abgesagt. Normalerweise fahren alle in den Ferien und im zweiwöchigen Rhythmus zu ihrer Familie nach Hause. Einem 11-Jährigen zu erklären, warum die Osterferien ausfallen müssen und er nicht wie gewohnt seine Familie sehen kann, ist gar nicht so einfach, vor allem, wenn niemand etwas dafürkann.  Auch außerhalb des Waldhauses gab es kaum Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Dadurch wurde das Leben mit den ohnehin schon bestehenden Einschränkungen zusätzlich erschwert.

Aber wie an Vieles, gewöhnten sich unsere Jungs schnell an die neuen Gegebenheiten. Auch auf den Unterricht, der seit dem 30. März nicht wie sonst in der Klasse, sondern mit den Jungs aus der eigenen Wohngruppe stattfindet, konnten sie sich schnell einstellen.

Zudem macht Not auch erfinderisch: Es mussten neue Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht und gefunden werden, alte wurden wiederentdeckt. Die guten alten Brett- und Kartenspiele erlebten eine Renaissance. „Stadt, Land, Fluss“ und „Schiffe versenken“ sind hier als echte Klassiker zu erwähnen.  Die einfallsreichen Erziehenden taten ihr Übriges: Lagerfeuer mit Würstchen und Stockbrot, Sporteinheiten, Frisbee-Golf, Hütte bauen im Wald sind nur einige der Dinge, die dazu beitrugen, die neue Situation so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Auch das Lockern des Medienkonzepts sorgte hier und da für Entspannung.   

Was bleibt zu sagen? Das Gröbste scheint vorerst überstanden. Auch Heimfahrten können nun erstmal wieder stattfinden. Krisenmanagement kennen wir bereits gut unserem Gruppenalltag – da lassen wir uns alle nicht so schnell aus der (Un-)Ruhe bringen.

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