Juni 2010

Kompetenzanalyse 2010

27.06.2010 07:04

Auch in diesem Jahr fand an der Waldhausschule wieder die Kompetenzanalyse AC statt. Vom 14. bis zum 25. Juni 2010 bearbeiteten die Schüler der siebten Klassen erneut interessante, spannende und knifflige Aufgaben. Allein oder im Team waren die Jungs mit viel Freude und großem Engagement bei der Sache. So gab es für das Lehrer-Tandem Frau Lorenz und Herr Krämer eine Fülle von Beobachtungen zu machen. Kompetenzen wie beispielsweise Teamfähigkeit, Hand- und Fingergeschick, Kritikfähigkeit, Planungs- und Präsentationsfähigkeit und viele andere, zeigten sich in Aufgaben wie Tierpark, Lebenskiste, Streichholzturm und Tische eindecken. Nach Auswertung der Ergebnisse konnten Ressourcen und der individuelle Förderbedarf jedes Schülers ermittelt werden, der in einer Fördervereinbarung festgehalten und mit allen Beteiligten besprochen wurde.

Bundesweiter Aktionstag „Schulen für Afrika“

19.06.2010 20:34

JuniorBotschafter der Waldhausschule im Einsatz

Am 17.06. engagierten sich die JuniorBotschafter der Waldhausschule unter Regie der Lehrerin Astrid Kränzlein für das Recht auf Bildung afrikanischer Kinder. Im Rahmen des Karlsruher Kinderstadtgeburtstags betreuten die Schüler einen Aktionsstand im Zoo.
Hier konnten sich interessierte Kinder die Ausstellung „Schulen für Afrika“ erklären lassen. Anschließend informierten die Unicef - Juniorbotschafter der Waldhausschule Malsch an den Schulstühlen über die Situation in den verschiedenen Projektländern. Um von einem Projektland zum anderen zu kommen, durften die Kinder unterschiedliche Spiele mit dem Ball durchführen. Das Torwandschießen zum Abschluss, das Rouven Rössler, Unicef – Pate und Spieler des BG Karlsruhe betreute, bereitete den Kindern einen Riesenspaß. Auch die kleinsten Gäste versuchten sich daran und schossen so manchen Ball ins Ziel.tl_files/CONTENT/gfx/Aktuelles/2010/sonstiges/0610Aktionstag.jpg

One Goal - Fußball-WM im Waldhaus

15.06.2010 20:36

Globale Bildungskampagne 2010: Bildung für alle!

Der Waldhaus-WM-Sieger steht schon fest. Im Finale standen sich die Mannschaften der Elfenbeinküste und Honduras gegen über. Erst nach dem Elfmeterschießen konnte die Elfenbeinküste das Tournier für sich entscheiden.

 Doch zurück zum Anfang.

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Die Waldhausschule hatte schon vor den Pfingstferien  mit der Planung von drei Projekttagen im Rahmen der weltweiten Aktion "One Goal" begonnen. Mit Unterstützung der Macht des Fußball soll darauf hingewiesen werden, dass 72 Mio. Kindern der Weg zur Bildung verwehrt ist. Hintergrund ist das von 189 Staaten erstellte UN- Millenniumziel bis 2015 unter anderem für alle Mädchen und Jungen einen Primarabschluss zu gewährleisten.

 

Dies war für die Lehrer der WHS an der weltweiten Aktion teilzunehmen. Zunächst wurden acht Staaten, die sich für die WM qualifiziert hatten und die Bedingung Entwicklungsland erfüllten ausgewählt. Anschließend konnten sich die Schüler über einen Wahlzettel den Ländern zuordnen, wobei eine altersmäßige Einteilung in zwei Gruppen erfolgte. So entstanden Projektgruppen mit den jüngeren Schülern für die Länder Chile, Ghana, Paraguay, Kamerun, und für die älteren Schüler: Elfenbeinküste, Honduras, Uruguay und Nigeria.

Während der ersten beiden Tage wurden unterschiedlichste Dinge der Länder in den Projektgruppen erarbeitet. Außerdem gab es gruppenübergreifenden Informationen über die 1Goal-Aktion. In zusätzlichen Angeboten konnten landestypische Gerichte gekocht, Schuhputzkästen, Traumfänger oder Panflöten gebastelt werden.

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Der dritte Tag stand voll unter dem Motte Fußball. Der Einzug der Mannschaften mit den jeweiligen Nationalhymnen und den gebastelten Landesfahnen auf den Spielfeld war der Auftakt zur Waldhaus-WM. Mit einem aus Plastiktüten selbst gebastelten Fußball wurde das Turnier mit je zwei Vertretern der verschiedenen Ländern barfüßig eröffnet. Danach folgten die Spiele der einzelnen Mannschaften gegeneinander, bei den die Elfenbeinküste den gewünschten Titel "Waldhaus-Weltmeister- 2010" mit nach Hause nehmen konnte. Ein gemeinsames Mittagessen mit Afrikanischer Küche bildete den schönen und erfolgreichen Abschluss unser Projekttage.

Nachfolgend die Berichte und Bilder der Projektgruppen.

Chile

Im Rahmen der Projektwoche der Waldhausschule beschäftigten sich Luis, Lucas, Felix, Christoph, Pascal, Ismail und Deniz gemeinsam mit Frau Kühnel mit dem Schwellenland Chile.

Am ersten Tag erfuhren die Jungen die wichtigsten Fakten über das Land. Nach dieser Einführungsphase ging es gleich damit weiter, dass Herr Frey mit den Jungs das chilenische Nationalgericht kochte: Empanadas (mit Rindfleisch und Zwiebeln gefüllte Teigtaschen). Dabei war nicht nur der Verzehr am Ende des Projekttages ein Gaumenschmaus- nein, selbst die Zubereitung und das Schnippeln der Zwiebeln und des Rindfleisches war für die Jungen eine willkommene Abwechslung vom gewöhnlichen Schultag.
Damit sich die Schüler ein besseres Bild über den fremden Erdteil Südamerika machen konnten, durften sie am zweiten Projekttag einen Film über das Tierreich, die Pflanzenwelt sowie den Amazonas und die Anden anschauen. Gleich danach ging es weiter mit einer Bilderausstellung über die verschiedenen Vegetationsformen in Chile- die Kinder waren begeistert. Deshalb hatten sie im Anschluss daran die Möglichkeit, ihre eigene chilenische Landschaft zu Papier bringen. Zudem wurde eine große Nationalfahne von Chile erstellt.
In Bezug auf das Thema „One goal, Bildung für alle“ erstellten die Jungen gemeinsam mit Frau Linne wunderschöne Halsketten, die symbolisch für die Völkerverständigung und das Recht aller Kinder auf Bildung stehen.

Am dritten Projekttag fand dann endlich die lang ersehnte Mini- Fußball- WM statt. Nachdem alle Kinder mit einer Vuvuzela ausgestattet wurden liefen die Jungen stolz zur Nationalhymne ihres Landes und der entsprechenden Nationalfahne auf den Fußballplatz ein. Und siehe da- tatsächlich wurde Chile ersterJ- juhu!
Ganz besonders haben sich die Jungen jedoch über die Briefe gefreut, die sie von den Schülern einer vierten Klasse in Santiago (Hauptstadt von Chile) erhalten haben. Der Antwortbrief war natürlich ein willkommener Schreibanlass für die Schüler. An dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön an die verantwortliche Lehrerin Frau Marcia!

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Ghana

Nach neun Stunden Flug sind wir in Ghana gelandet. Wir wurden dort mit Musik empfangen.

Es gab für uns keine Tische und Stühle. Im Schatten des Baobab-Baumes saßen wir auf dem Boden und lernten Neues über Land und Musik. Wir fingen an Hütten zu bauen, malten Flaggen und tranken afrikanischen Tee. Unser Nachbarland Elfenbeinküste schenkte uns zweimal leckeres Essen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt:

„wenn du gehen kannst, dann kannst du auch tanzen,

wenn du reden kannst, dann kannst du auch singen.“

Die Gruppe startete bei ihrer Präsentation mit einem Begrüßungslied aus Ghana (Funga alafia). Dann führten wir einen Tanz für die afrikanische Mutter Erde auf (Bele Mama). Wir reisten weiter zur WM nach Südafrika und sangen ein Klatschspiel „Sansa cromo“. Mit dem Lied „Neema“ verabschiedete sich die Ghana-Gruppe und wünschte allen eine gute und friedliche WM 2010.

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Kamerun

Nach der Einführung „One goal: Bildung für alle“, die Frau Grass durchführte, gingen wir in unser Klassenzimmer, wo wir zuerst unser Land auf der großen Weltkarte suchten. Dann hörten wir einiges über Kamerun und malten die Flagge. Wir lernten ein Steinespiel kennen und hörten afrikanische Musik. Anschließend bekamen wir einen Einblick in einen Tag im Leben eines afrikanischen Kindes. Am nächsten Tag gestalteten wir ein Märchenbuch zum Märchen „Affenherz“. Ein Obstsalat aus den verschiedenen Früchten des Zauberbaums schmeckte uns allen. Die letzten zwei Stunden übten wir mit Herrn Frey das Lied „Der Löwe schläft heut Nacht“ ein, das wir am nächsten Tag den anderen Ländern präsentierten. Uns haben die Projekttage sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf die nächsten.

 

Los dos ultimos dias hemos estado en Paraguay

oder

Zwei Tage in Paraguay

Also Paraguay, wo liegt das eigentlich? Diese Frage und viele andere standen zu Beginn der Projekttage „One Goal – Bildung für Alle“ im Mittelpunkt des Teams `Paraguay`. Wir erfuhren unter anderem, dass es mitten in Südamerika liegt und 10000 km entfernt vom Waldhaus ist, dass dort jetzt der Winter beginnt und dass Paraguay nur etwa sieben Millionen Einwohner hat, aber so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen ist. Und dann haben wir auch einen Schnellkurs in Spanisch gemacht, denn die meisten Menschen dort sprechen diese Sprache, weil das Land im 16. Jahrhundert von Spanien erobert wurde. Jeder konnte sich später bei der Präsentation der Ergebnisse den anderen auf Spanisch vorstellen und etwas über das Land in dieser Sprache erzählen. Das war aufregend und hat Spaß gemacht.
Am zweiten Tag beschäftigten wir uns zunächst mit dem Schulsystem und den Bildungschancen, die besonders für die Kinder auf dem Land nicht gut sind. Dort besuchen nur 3 von 100 Kindern eine Schule bis zum Abschluss. Viele verlassen vorher die Schule, weil ihre Familien so wenig Geld haben, dass sie auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen sind. Andere wiederum  sind von zu Hause weggelaufen und leben als „Straßenkinder“ in den Städten. In Paraguay soll es insgesamt etwa 30000 Straßenkinder geben, die sich z.B. als Schuhputzer `durchschlagen`. Wir bauten daraufhin selbst einen Schuhputzkasten und putzten Schuhe. Die Vorstellung, für diese Arbeit nur etwa 18 Cent zu bekommen, war nicht sehr angenehm und es wurde uns klar, dass nur gute Bildungsmöglichkeiten hier etwas verändern können. Der letzte Tag stand dann ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft. Bei einem Turnier aller Mannschaft belegte unser Team zwar keinen vorderen Platz, aber es hat allen trotzdem viel Spaß gemacht (wir drücken Paraguay bei der WM ganz fest die Daumen).

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Elfenbeinküste

Nach einem kurzen und spannenden Wettspiel im Fingerfußball, machten sich die Jungs der Projektgruppe daran, zu besprechen und zu entscheiden, wie sie ihr Plakat aufbauen und gestalten wollten. Im Anschluss bearbeiteten sie in 2er Teams verschiedene Punkte zur Elfenbeinküste, wobei viel über Land und Leute gelernt wurde. Die Ergebnisse der Teams wurden der Gruppe präsentiert und auf dem Plakat fixiert. Jetzt musste nach so viel Kopfarbeit auch etwas für den Magen getan werden: Es wurden afrikanische Brotfladen und Ölküchlein zubereitet, die dann gemeinsam verspeist wurden.
Am nächsten Tag machten sich die Jungs sogleich an die Fertigstellung des Plakates und die Vorbereitung ihrer Präsentation. Danach wurden Chips aus Kochbananen hergestellt, die ihnen bis dahin vollkommen unbekannt waren. Den Abschluss der Projektarbeit bildete das Bauen eines Windspiels aus Bambus, bei dem die handwerklichen Fähigkeiten zum Einsatz kamen.

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Honduras

Unserer Projektgruppe wurde Honduras und seine Lage in einem Puzzele Stück für Stück näher gebracht. Das Land in Mittelamerika also zwischen Nord- und Südamerika, war auf der Karte mit Ausschnitten der Weltkarte gut auszumachen.
Honduras ist etwas ein drittel so groß wie Deutschland hat aber weniger als ein Zehntel Einwohner. Die Hauptstadt heißt Tegucigalpa, man spricht Spanisch und bezahlt mit Lempira.

Da Honduras nahe am Äquator liegt, ist es dort sehr heiß. Es gibt eigentlich keinen Winter da selbst in den Nächten die Temperaturen im Durchschnitt nicht unter 20° C absinken und am Tag um die 35° C herrschen.
Ein Werbefilm für Urlauber vermittelte einen guten Eindruck wie toll dieses Land ist. Nach diesem Film dachten wir alle, dass es mal toll wäre dort Urlaub zu machen.
Aber da es gibt auch das andere Honduras wie wir in einem zweiten Kurzfilm sehen konnten. Der Film hat uns sehr beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Viele Kinder leben dort auf der Straße und gehen nicht in die Schule. Jugendbanden verüben Verbrechen die kaum vorstellbar sind.

Noch einige Zusatzinformationen die wir zusammengetragen haben.
Wirtschaftlich ist Honduras sehr von Amerika abhängig. 40% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und muss mit ca. 2,50 € am Tag auskommen. Seit 1995 bemüht sich die Regierung die 16% Analphabeten zu reduzieren. Der Staat gibt hierzu das meiste Geld aus (23% der Gesamtausgaben). Zwischenzeitlich können 94% eines Jahrganges zur Schule gehen. 86% schließen die Schule nach der sechsjährigen Grundschule ab.

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Uruguay
Manuel, Abdul Hasan, Dario, Kevin, Florian, Giovanni und Daniel hatten sich für die Projektgruppe Uruguay entschieden. Es war wohl mehr der klangvolle Namen, den man sofort mit Fußball verbindet, als das Interesse an der Landeskunde, was die Schüler dazu bewog. Doch nach einigen Recherchen stellte sich heraus, dass Uruguay mehr als Fußball zu bieten hat. Insbesondere die schöne Landschaft, die durch die argentinische Pampa geprägt ist, macht den Reiz dieses Landes aus. Noch heute ziehen berittene Hirten, die Gauchos mit ihren Rinder oder Schafherden über die Pampa. Das INSTRUMENT DER HIRTEN; die Panflöte haben die Schüler mit Unterstützung von Herrn Schmid aus Bambusröhren nachgebaut. Bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse konnte ein Schüler einfache Melodien mit der selbstgebastelten Panflöte vorspielen.

Beim abschließenden spannenden Fußballturnier gab die Mannschaft aus Uruguay alles und erreichte den dritten Platz.

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 NIGERIA

Der erste Projekttag begann am Dienstag, den 8. Juni 2010 mit einer power point Präsentation über die Ziele der Globalen Bildungskampagne. Dazu wurden die ersten vier (von insgesamt 8) Ländergruppen von Frau Grass zu aktivem Mitmachen in den Eurythmiesaal eingeladen. Gleich im Anschluss trafen sich Schüler und Lehrer in ihren Teams, um sich intensiv mit ihren gewählten Ländern zu beschäftigen. Der Gruppe NIGERIA, die von Frau Müller geleitet wurde, gehörten die Schüler Jan-Luca, Dustin, Fabian, Tim, Jerôme, David und Louis an. Mit westafrikanischen Klängen und einem Trommel-Händeklatsch-Rhythmus-Spiel begrüßten wir uns und fanden auf diese Weise schnell als Gruppe zusammen. Natürlich erzählten alle erstmal, was sie bereits über Afrika wissen oder gehört haben und auf dem Globus suchten wir den zweitgrößten aller Kontinente.

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Ein Märchen des nigerianischen Geschichtenerzählers Fred Ohenhen stimmte uns ein auf den fremden Kontinent und unser ganz spezielles Land Nigeria. Dazu machten wir es uns auf dem Boden bequem und schauten uns die Bilder aus dem Märchenbuch an. Geister, Zauberriten und der Ahnenkult spielen in diesen Märchen eine wichtige Rolle. Zum Frühstück wurde uns aus der Küche Humus und Fladenbrot gereicht, das wir gemeinsam mit Herrn Schmidt (natürlich nur mit der rechten Hand) verspeisten.

Auf unserem „Steckbrief Nigeria“ haben wir im Laufe der Projekttage einige Besonderheiten des Landes in Bild und Text festgehalten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Afrika etwa dreimal so groß ist wie Europa und ungefähr 84 Mal so groß wie Deutschland? Dass der Niger der zweitgrößte Fluss Afrikas ist und in den Atlantischen Ozean mündet? Ein Blick auf die Weltkarte vermittelte uns einen ersten Eindruck von Größe und Lage der Bundesrepublik Nigeria und den Verlauf des Nigers. Angrenzende Ländernachbarn und geographische Besonderheiten ließen sich über eine Nigeria-Karte in vergrößertem Maßstab ausmachen. Wir erfuhren, dass Nigeria ein Land der Superlative und Gegensätze ist und dass ein Viertel der gesamten afrikanischen Bevölkerung dort lebt: etwa 140 Mio. Menschen auf einer Fläche, die dreimal so groß wie Deutschland ist. Fotos von Lagos (ca. 12 Mio. Einwohner) und Abuja (ca. 1,5 Mio. Einwohner)-  ehemalige und jetzige Hauptstadt Nigerias- mit ihren riesigen Märkten vermittelten uns ein Bild des „modernen“ Afrika. Die großen Städte ziehen die Landbewohner an und viele hoffen darauf, ihr Leben in Armut hinter sich zu lassen. Leider müssen sich die meisten jedoch auf ein Leben in einer Blechbaracke in einem Armenviertel abgeben („Township“ genannt), in dem es meist weder fließendes Wasser und Strom noch Arbeit gibt.

Die nigerianische Nationalflagge mit den Farben grün-weiß-grün hat folgende Bedeutung: Die grünen Felder stehen für die Landwirtschaft, der weiße Streifen in der Mitte steht für Einheit und Frieden und für den Fluss Niger, der durch das Land fließt und die grünen Felder bewässert.

Zwei Drittel der Bewohner Nigerias leben tatsächlich noch überwiegend in Bauerndörfern von der Landwirtschaft und der Viehhaltung. Alte Riten und Traditionen werden dort noch mündlich von Generation zu Generation überliefert. In der ältesten Färberei Afrikas, der Kofar Mata in Kano im Norden Nigerias werden Stoffe in den Färbergruben noch genau so gefärbt, wie es bereits die Vorfahren gemacht haben - aus Indigo und Pottasche.

In Nigeria gibt es wie bei uns in Deutschland eine Schulpflicht von 6 bis 15 Jahren. Auf den Dörfern findet der Schulunterricht oft im Freien statt, in den größeren Städten gibt es Schulen und Universitäten, die unseren ähnlich sind.

Spektakulär und deshalb recht bekannt geworden sind die „Gadawan Kura“- die Hyänen-Männer von Lagos. Sie halten Hyänen wie Hunde und locken so die Leute an, um ihnen magische Heilmedizin und Wunderamulette zu verkaufen. Die Männer holen die Hyänen aus der Savanne und zähmen sie, aber die Tiere bleiben dennoch sehr gefährlich!

Nigeria gehört zu den reicheren Ländern Afrikas, was mit den Erdölvorkommen zusammenhängt. Vor etwa 50 Jahren wurde dieser wichtigste Bodenschatz entdeckt und überall wurden Bohrtürme und riesige Ölleitungen gebaut. Allerdings brachte dies den Menschen wenig Glück, weil nur wenige etwas vom Reichtum abbekamen. Außerdem sind die Leitungen über die vielen Jahre hinweg undicht geworden, so dass das Wasser des Nigers durch die Ölverschmutzung stark verschmutzt ist.

Bekannt geworden ist Nigeria auch durch seine Filmindustrie („Nollywood“ in Anlehnung an „Hollywood“). Weltweit werden dort mittlerweile die meisten Filme gedreht. Geld wird dafür relativ wenig ausgegeben und oft spielen Laienschauspieler mit.

Tja, und was wäre ein Länder-Steckbrief ohne ihre Fußballer!? Die Nigerianische Fußballmannschaft ist eine der erfolgreichsten afrikanischen Fußballmannschaften. Das auch Super Eagles genannte Team erreichte zweimal das Achtelfinale einer Fußball-WM, gewann zweimal den Afrika-Cup und wurde 1996 Olympiasieger. Im März 2007 war Berti Vogts einige Jahre Trainer der nigerianischen Nationalmannschaft. Ob Nigeria eine Chance auf die Weltmeisterschaft hat?

Musik, Gesang und Tanz spielen natürlich auch in Nigeria eine große Rolle und gehören zum Alltag der Menschen. Es gibt eine große Vielfalt von Instrumenten, die aus den unterschiedlichsten Naturmaterialien wie Holz, Fruchtkörpern, Tiersehnen, Fellen oder Pflanzenteilen hergestellt werden. Unsere Länder-Gruppe entschied sich für den Bau von Regenmachern, die sich auch gut als Rasseln einsetzen lassen. Dazu beschlugen wir Pappröhren spirallförmig mit Nägeln und bezogen sie anschließend mit original afrikanischen Stoffen. Als Füllung dienten uns getrocknete Bohnen. Die Enden wurden noch mit Bast bespannt - das hält gut und sieht schön aus! Als Füllmaterialien eignen sich auch Erbsen, Reis, Mais oder Linsen. Material und Füllmenge beeinflussen übrigens den Klang des Musikinstruments. Durch Drehen und Wenden des Stabes entstehen wunderbar rasselnde Geräusche, die an das Trommeln des Regens erinnern.

Für viele traditionelle Hütten wird in Afrika noch Lehm verwendet. Lehmbauten sind kühl, gemütlich und schön anzusehen. Um eine typisch afrikanische Rundhütte aus Ton anzufertigen, ging es deshalb zum Lehmhüttenbau zu Herrn Schmidt in den Werkraum. Nach dem Trocknen wurden die Runddächer noch mit Stroh gedeckt. Jan-Luca vervollständigte seine kleine Hütte noch mit einer afrikanischen Schlange und kleinen Bewohnern, die er aus Knete fertigte.

Fabian und Tim wurden zwischendurch zum Nationalflagge-Malen mit Stoffmalfarbe zu Herrn Krämer und Herrn Stang entsandt, so dass sie bis zum krönenden Tag- dem Mannschaftseinlauf der Länder auf dem Fußballfeld -gut trocknen konnte.

Mit Frau Linne fertigten wir Halsketten aus Holzperlen und selbstbemalten Tiermandalas als Anhängermotiv an. Daneben gab es noch Differenzierungs-Angebote rund um das Thema Afrika, so dass es keinem von uns langweilig wurde. Die Zeit verflog eher zu schnell, wie fast alle Gruppen feststellen mussten. Abschluss unserer Projekttage innerhalb der Gruppe Nigeria war das Kochen zweier typisch westafrikanischer Gerichte. Herr Frey hatte dafür eine extra große Yamswurzel und zwei Kochbananen eingekauft, aus denen Yamsbällchen und Cessbar (Kochbananenpfannkuchen) gebacken wurden. Das ganze natürlich mit viel Chili gewürzt (Uhu- aha!!!-übrigens Titel eines unserer nigerianischen Märchen!).

Am dritten Tag war es dann soweit: die fußballbegeisterten Schüler und Lehrer der Waldhausschule fanden sich am frühen Morgen im Eurythmiesaal in ihren jeweiligen Länderteams zusammen - alles Teilnahme-Länder der Fußball WM 2010 - und präsentierten ihre Arbeitsergebnisse auf vielfältige Weise. Das war schon ein recht buntes und unterhaltsames Treiben! Es hat allen sehr viel Spaß gemacht! Wir spielten auf den selbstgebastelten  Regenmacher-Rasseln und präsentierten unseren „Nigeria-Steckbrief“. Danach ging es unter lautem Tönen der Nationalhymnen mit den Länderfahnen voraus direkt aufs Fußballfeld. Eingeleitet durch ein Barfußspiel mit dem Burundi-Ball begann das große Fußballtunier. Das Dröhnen der Vuvuzelas (wo kamen die denn plötzlich her?) gab uns einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehende Lärmkulisse der WM in Südafrika! NIGERIA schaffte es übrigens auf den 2. Platz! Unsere Urkunde durften wir beim gemeinsamen afrikanischen Mittagessen im Freien in Empfang nehmen, wo die Siegerehrung stattfand.

Vielen Dank, liebe Waldhaussküche, für die Darreichung der afrikanischen Köstlichkeiten während der Projekttage! Ein bisschen exotisch und etwas gewöhnungsbedürftig für viele Kinder. Aber so ist das globale Leben eben: Fremde Länder-fremde Sitten! Und Probieren hat noch keinem geschadet!